Das genaue Datum der Gründung der Essener FDP ist nicht bekannt, da der sog.
Genehmigungsbescheid der britischen Besatzung nicht (mehr) vorhanden ist.
Eine öffentliche Gründungsfeier fand am 7. April 1946 im Atrium statt. Ihr
ging ein Kreisparteitag am 30. März 1946 voraus.
Seit 1975 ist es möglich, dass in den Ratsausschüssen sachkundige Bürgerinnen und
Bürger Fraktionsmitglieder entlasten.
Zur Zeit wirken 23 sachkundige Bürger
der FDP-Fraktion in Ratsausschüssen mit (siehe auch "Liberale Kommunalpolitik heute"
– weiter unten).
Seit 1999 arbeitet die Kommunalpolitik mit einer neuen Gemeindeordnung. Die Stadt Essen
gliedert sich in neun Stadtbezirke, in denen bei der Kommunalwahl Bezirksvertretungen
gewählt werden. Seit 2004 ist die FDP erstmals in jeder Bezirksvertretung mit mindestens
einem Mitglied vertreten; mit zwei Vertretern hatte sie in der vergangenen Amtsperiode
im Stadtbezirk V sogar Fraktionsstatus, seit 2009 nun in der BV IX.
Zwischen 1994 und 1999 war die FDP nicht im Rat der Stadt vertreten. Auch die Kommunalwahl
des Jahres 1999 brachte ihr mit 2,9 % der Stimmen ein enttäuschendes Ergebnis. Der Wegfall
der 5%-Sperrklausel im Kommunalwahlgesetz bewirkte immerhin, dass zwei FDP-Mitglieder,
Hans-Peter Schöneweiß und Klaus Budde, in den Stadtrat einzogen. Sie bildeten eine Gruppe
im Rat, erhielten nach einem Ratsbeschluss finanzielle Mittel für ihre Arbeit und
Vorschlagsrecht für die Tagesordnung der Ratssitzungen.
Damit war es möglich, nach fünf Jahren ohne FDP-Vertretung im Rat wieder mit der
Ratsarbeit zu beginnen. Mit Hans-Peter Schöneweiß als Sprecher spielte die kleine Gruppe
eine wichtige Rolle in der Essener Politik. Sie arbeitete vor allem mit der
CDU-Fraktion
vertrauensvoll zusammen, die nur zusammen mit der FDP eine stabile Mehrheit im Rat
erreichen konnte. In dieser "Koalition" mit der CDU konnte die FDP-Gruppe aktiv bei der
Gestaltung der Stadtpolitik mitwirken und liberale Vorstellungen verwirklichen.
Die Ratsgruppe hat sich auch erfolgreich bemüht, liberale Kommunalpolitik in der
städtischen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Fast 400 Pressemitteilungen hat sie zwischen
1999 und 2004 an die lokale Presse verschickt, und davon wurden etwa 60% veröffentlicht.
Im Rat wurden mehr als 60 Anträge gestellt, etwa 100 in den Fachausschüssen.
Trotz erfolgreicher Arbeit der FDP im Rat blieb auch ihr Ergebnis bei der Kommunalwahl 2004
hinter den Erwartungen zurück. Sie gewann 4,0 Prozent der Wählerstimmen und drei Mandate im
neuen Stadtrat. Nur knapp wurde der Fraktionsstatus verfehlt. Neben Hans-Peter Schöneweiß
und Klaus Budde wurde auch der FDP-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, Dr. Thomas
Geer, gewählt.
Im Rat der Legislatur 2004 bis 2009 stellte die CDU, die 2004 große Verluste erlitten hat,
zusammen mit den Grünen die politische Mehrheit. Dennoch hat die FDP-Gruppe seit der Wahl
2004 – ohne Rücksicht auf Mehrheitsverhältnisse – alle Möglichkeiten wahrgenommen, liberale
Vorstellungen zu vertreten und für sie zu werben.
Anfang 2006 hat sich die FDP-Ratsgruppe mit den beiden parteilosen Ratsmitgliedern der
Alternative Essen, Professor
Dr. Wolfgang Horn und Wolfgang Teubner, zu einer gemeinsamen
Fraktion, der FDP/AE-Fraktion im Rat der Stadt Essen, zusammengeschlossen. Beide Partner
vertraten ganz überwiegend übereinstimmende, liberale politische Ziele.
Die Bildung einer Ratsfraktion mit fünf Mitgliedern hat der liberalen Politik für Essen
nur Vorteile gebracht, da die Fraktion seitdem in allen Fachausschüssen des Stadtrats
mit einem Ratsmitglied oder einer sachkundigen Bürgerin oder einem sachkundigen Bürger
stimmberechtigt vertreten ist.
Somit haben die Essener Liberalen seit 2006 in allen Gremien der Kommunalpolitik Sitz und
Stimme.
Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 hat die Essener FDP ein sensationelles Wahlergebnis
erreicht. Nach einem Zuwachs von 60% im Vergleich zum schon guten letzten Resultat 2004
erreichte die FDP mit 6,4% das beste Wahlergebnis seit fast 50 Jahren. Zuletzt lag die
Essener FDP bei der Kommunalwahl 1960 über 6%.
Damit hat die Essener FDP aus eigener Kraft eine starke fünfköpfige Fraktion erlangt
(siehe Tabelle) und sich als Gesamtessener Partei mit Repräsentanten in allen neun
Bezirksvertretungen behauptet. Im Süden erlangte sie (wie die Bezirksvertretung V in der
vergangenen Legislatur) im Stadtbezirk IX sogar Fraktionsstatus.
Christian Stratmann hat als OB-Kandidat mit 5,8% zudem ein Resultat erkämpft, das zweieinhalb
mal besser ist als 2004 und das beste Ergebnis aller Zeiten für einen liberalen OB-Kandidaten.
Anders als andernorts hat er damit im wahlentscheidenden ersten Wahlgang fast den Parteienwert
erreicht.
CDU und Grüne haben dagegen für ihre jahrelange schwarzgrüne "Kungelei" die Quittung bekommen.
Neben der SPD hat im Vergleich zur Kommunalwahl 2004 nur die FDP einen Stimmenzuwachs zu
verzeichnen und somit ihren Platz als viertstärkste Partei souverän und mit Abstand zu den
Verfolgern "Bürgerbündnis" und "Linkspartei" zurückerobert.
Klare Mehrheitsverhältnisse hat die Kommunalwahl 2009 jedoch nicht gebracht. Die Liberalen
machen für die Bürgerinnen und Bürger trotzdem das Beste daraus!
Mit praktischen Vorschlägen, innovativen Ideen und unter Berücksichtigung der Belange der
Stadt und ihrer Bürger wird die neue Ratsfraktion auch in der neuen Amtsperiode ihren Beitrag
dazu leisten, dass Essen wieder das wird, was es einmal war. Die Liberalen möchten Essen
attraktiver und interessanter machen, damit junge Familien, ältere Menschen, aber auch
Unternehmen und Gewerbe, Essen wieder als ihren Stand- und Wohnort entdecken.
Die Arbeit der FDP-Fraktion wird daher auch in Zukunft durch sachkundige Bürgerinnen und
Bürger, die die erweiterte Fraktion bilden, unterstützt. Diese stellt sicher, dass FDP-Politik
auch in den Fach- und Unterausschüssen der Stadt mit Sitz und Stimme vertreten ist.
Vertreten in allen Essener Stadteilen, wird die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Essen auch
weitehin liberale Politik für die gesamte Stadt und für jeden einzelnen Bürger gestalten und
bleibet somit die einzige bürgerliche Alternative für die Stadt Essen!